Forschungsstrategie 2017–2020

Forschungsfeld «Regionalentwicklung»

Mit Blick auf die Entwicklung von Branchen und Regionen[1] und angesichts des internationalen Standortwettbewerbs interessiert, wie wirtschaftliche, politische und infrastrukturelle Rahmenbedingungen zur Entfaltung unternehmerischer Leistungen beitragen und wie hierzu forschungsbasiert Wirkungen erkannt und Empfehlungen abgegeben werden können.

 

Dazu werden Einflussgrössen der regionalen Entwicklung und deren Steuerung durch die Wirtschafts- und Regionalpolitik untersucht. Im Vordergrund stehen Fragen, wie staatliche Rahmenbedingungen gesetzt werden können, damit sich Regionen und deren Schlüsselbranchen (z.B. Tourismus, Industrie, Bauwirtschaft, Gesundheitswesen) wirtschaftlich entwickeln, und wie sich die Veränderung und zunehmende Verflechtung von Märkten (national und international) auf die Leistungs- und Innovationsfähigkeit von Unternehmen und Branchen in einer Region auswirkt (Strukturwandel und Wachstums­perspektiven). Dies steht in engem Bezug zum unternehmerischen Handeln, weil durch wirtschaftliche und politische Rahmenbedingungen die Möglichkeiten zur Entfaltung unternehmerischer Leistungen massgeblich beeinflusst werden. Ebenso stellt sich die Frage nach dem Einfluss von Infrastrukturen (z.B. Informations- und Telekommunikationstechnologien oder Wasser(kraft)- und Energienutzung) und Technologieentwicklungen (Stichwort Digitalisierung) auf die regionale Entwicklung (insbesondere auf Arbeit, Freizeit und Einkommen).

 

Das Interesse gilt – neben der Analyse wirtschaftlicher Verflechtungen – Untersuchungen über Strukturwandel und Veränderungen der Schlüsselfaktoren (Arbeit, Kapital, Technologie) sowie der Entwicklung von privatwirtschaftlichen und staatlichen Handlungsstrategien auf der entsprechenden Entscheidungsebene. Dies dient der Herleitung von Handlungsempfehlungen für Politik, Unternehmen und Branchenverbände.

 

Schlagworte: Wettbewerbsfähigkeit, regionale Wertschöpfung, Internationalisierung, Branchen und Märkte im Wandel, volkswirtschaftliche Aspekte des Tourismus, Digitalisierung, öffentliche Finanzen, nachhaltige Entwicklung, alpiner Raum

 

Übersicht der wichtigsten Themen des FF:

  • Regionalwirtschaftliche Zusammenhänge und Regionalpolitik
  • Einfluss der internationalen Öffnung und des technologischen Wandels (Digitalisierung) auf die Wettbewerbsfähigkeit von Regionen
  • Bedeutung finanzpolitischer Rahmenbedingungen (Steuern und Subventionen)
  • Volkswirtschaftliche Aspekte des Tourismus
  • Analyse von regionalen Wertschöpfungsketten/-systemen
  • Analyse ausgewählter Märkten (Wettbewerbsfähigkeit, Marktöffnung, Regulierung)
  • Sozio- und umweltökonomische Analysen von Naturpärken

 

Allgemeine Forschungsfragen:

  • Wie tragen wirtschaftliche, politische und infrastrukturelle Rahmenbedingungen zur Entfaltung unternehmerischer Leistungen (z.B. im Tourismus) bei?
  • Auf welche Weise können Wertschöpfung (Einkommen) und Beschäftigung im alpinen Raum gesteigert werden? (Beitrag an eine nachhaltige Entwicklung).
  • Wie ist die kantonale und kommunale Finanzpolitik auszugestalten, dass sowohl der regionalen Entwicklung als auch dem Ausgleich des Staatshaushalts Rechnung getragen wird? 
  • Wie wirkt sich die zunehmende Integration der Schweiz und Graubündens in globale Märkte (Marktöffnung) Branchen und Regionen aus (Stichwort: Märkte im Wandel)?
  • Was kennzeichnet regionale Branchen-Cluster und Unternehmensnetzwerke, und welche Auswirkungen haben diese auf den Arbeitsmarkt und auf die regionale Wertschöpfung?
  • Wie gross ist die (direkte, indirekte und induzierte) Wertschöpfung des Tourismus in einer Destination und im Kanton Graubünden?
  • Wie gross ist die Wertschöpfung von Naturpärken und Kulturgütern?
  • Wie können touristische und agro-touristische Wertschöpfungsketten gestärkt werden?
  • Welche Bedeutung haben regionale Faktormärkte (insb. Boden, Arbeit und Energie) für die regionale Entwicklung?

 


[1] Gebiete, welche geographisch, politisch, ökonomisch und/oder administrativ eine Einheit bilden.