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Netzwerken an der Adriaküste
Netzwerken an der Adriaküste

Netzwerken an der Adriaküste

Eine Zeit im Ausland zu verbringen – und dabei neue Sprachen, andere Kulturen, fremde Menschen kennenlernen, aber vor allem viele neue Erlebnisse und Erfahrungen sammeln: Diesen Wunsch hegen viele Studierende während ihrer Zeit an einer Hochschule. Die Joint Summer School in Information Science (JoSSIS) bietet sowohl Studierenden als auch Dozierenden einen kompakten Auslandsaufenthalt, der fachspezifischen, beruflichen, aber auch privaten Netzwerken den Weg ebnet.

Text: Sabrina Lindau / Bilder: FH Graubünden

Um als Studentin oder Student eine gewisse Zeit im Ausland zu verbringen, gibt es heutzutage zahlreiche Möglichkeiten – zum Beispiel ein Auslandssemester oder Auslandspraktikum. Solche Aufenthalte sind eine wertvolle Erfahrung für das Studium, das spätere Berufsleben, aber auch die Persönlichkeitsentwicklung der Studierenden. Vor allem berufstätige Studierende an Fachhochschulen haben jedoch vielfach nicht die Möglichkeit, ihre berufliche Tätigkeit für längere Zeit zu unterbrechen. Sogenannte Summer Schools dienen als geeignete Alternative, um Auslandserfahrung in kompakter Form zu sammeln. Bei Summer Schools handelt es sich in der Regel um Kurzzeitprogramme, die maximal einige Wochen dauern. Somit können sie flexibel in den Studienplan von Studierenden integriert werden, die Teilzeit arbeiten. Ausserdem bieten Summer Schools den Teilnehmenden eine konzentrierte und fokussierte Lernerfahrung. In kurzer Zeit können eine neue Fähigkeit erlernt, Fachwissen in einem bestimmten Bereich erworben oder Fremdsprachenkenntnisse vertieft werden.

Joint Summer School in Information Science 2023
Studierende aus den unterschiedlichsten Studiengängen nehmen am Programm teil.
Joint Summer School in Information Science 2023
Sogenannte Summer Schools dienen als geeignete Alternative, um Auslandserfahrung in kompakter Form zu sammeln.

Die Joint Summer School in Information Science (JoSSIS) bietet den Studierenden der Fachhochschule Graubünden genau diese Möglichkeit. In Kooperation mit der University of Zadar (Kroatien) und der University of Applied Sciences Burgenland (Österreich) organisiert das Schweizerische Institut für Informationswissenschaft ein abwechslungsreiches Programm in Zadar. Rund 50 Studierende besuchten im Jahr 2022 erstmals für zwei Wochen den Unterricht im Rahmen der drei Kurse Eye Tracking, B2B Sales und Digital Storytelling.

Summer Schools wie die JoSSIS bieten ihren Teilnehmenden hervorragende Möglichkeiten, verschiedene Netzwerke aufzubauen und zu pflegen. Diese Netzwerke sind vielfältig und perspektivisch langfristig:

  • Summer Schools ermöglichen den Studierenden, sich mit Gleichaltrigen aus verschiedenen Fachbereichen, Universitäten und Ländern auszutauschen. Von diesen Kontakten können sie während ihrer weiteren Studienlaufbahn – aber auch langfristig im Berufsleben – profitieren. Zur JoSSIS 2022 kamen in Zadar 50 Studierende aus fünf Ländern (Schweiz, Österreich, Kroatien, Deutschland und Grossbritannien) zusammen. Die Teilnehmenden stammten aus den unterschiedlichsten Studiengängen, z. B. Information Science, Digital Business Management, Computational and Data Science, Multimedia Production, Psychologie oder Betriebsökonomie.
  • Im Rahmen der Summer Schools können die Studierenden in Gruppenprojekten intensiv zusammenarbeiten und in Gruppenaktivitäten starke Kooperationsnetzwerke aufbauen. Vor allem dank der ungezwungenen Atmosphäre der Summer Schools schaffen gemeinsame Erfahrungen und Erlebnisse – auch ausserhalb des Klassenzimmers – besondere Verbindungen. In allen JoSSIS-Kursen wird in Kleingruppen geforscht und es werden Lösungen zu unterschiedlichen Problemstellungen erarbeitet. Die Teamarbeit steht dabei an erster Stelle; die Gruppenarbeiten werden regelmässig auch in den gemütlichen Altstadt-Cafés oder in der Bibliothek mit Blick aufs Meer abgehalten. Nach getaner Arbeit folgen häufig ein gemeinsamer Ausflug an den Strand, ein gemeinsames Abendessen oder ein gemeinsames Abendprogramm in der Altstadt.
  • Weitere Netzwerke ergeben sich durch erfahrene Dozierende, Forschende und Fachleute, die bei Summer Schools zum Einsatz kommen. Diese vermitteln den Studierenden über den Unterricht hinaus ihr Wissen und können ihnen als Mentor:innen zur Seite stehen. Auch die JoSSIS-Module werden allesamt von Expert:innen ihres Fachs unterrichtet. In kleinen Gruppen erfolgt eine intensive Betreuung und die gemeinsamen Freizeitaktivitäten bieten zahlreiche Möglichkeiten, um die Kontakte weiter auszubauen.

Auf den ersten Blick profitieren vor allem die Studierenden vom Format der Summer Schools. Das Kurzzeitprogramm im Ausland bietet jedoch auch hervorragende Möglichkeiten für den Aufbau und die Pflege verschiedener Netzwerke zwischen den Dozierenden, Forschenden und Organisator:innen der beteiligten Hochschulen. Somit werden neue Möglichkeiten für internationale Zusammenarbeit, Mentorings, Rekrutierungen und langfristige Partnerschaften geschaffen.

 

Rundum positive Erfahrungen

Jessica Zeiter, Bachelorstudentin im Fach Information Science an der Fachhochschule Graubünden und JoSSIS-Teilnehmerin 2022, bestätigt diese positiven Merkmale der Summer School:

«Dank meiner Teilnahme an der Joint Summer School in Information Science konnte ich nicht nur viele unvergessliche Momente erleben, sondern hatte auch die Möglichkeit, neue Freundschaften zu schliessen, die bis heute noch bestehen. Durch den täglichen Austausch mit Studierenden aus anderen Ländern, Städten und Studiengängen konnten wir unser Fachwissen sowie unsere Erfahrungen miteinander teilen, was für die Durchführung unseres Eye-Tracking-Projekts sehr hilfreich gewesen ist.»

Elisabeth Oberndorfer, Dozentin an der Fachhochschule Burgenland und Dozentin der JoSSIS 2022 (Modul Digital Storytelling), berichtet:

«Die Summer School war für mich eine gute Gelegenheit, mit Studierenden unterschiedlicher Disziplinen und Hochschulen intensiv an den Inhalten zu arbeiten. Ausserdem habe ich die Vernetzung mit den anderen Dozierenden und den Organisator:innen der teilnehmenden Institute sehr geschätzt. Insgesamt waren diese zwei Wochen für mich als Dozentin sehr bereichernd, da ich einen Einblick in unterschiedliche Studienrichtungen bekam und mit Menschen aus unterschiedlichsten Bereichen zusammenarbeiten durfte.»

Manuel Hartmann, Gastdozent an der Fachhochschule Graubünden und Dozent der JoSSIS 2022 (Modul B2B Sales), ergänzt:

«Die JoSSIS hat mir ein neues Netzwerk zu den teilnehmenden Dozierenden und Studierenden eröffnet – unabhängig von meinem «normalen» Netzwerk im deutschsprachigen Raum. Mich persönlich hat es riesig gefreut, neben den Menschen auch Zadar als faszinierende, wunderschöne Stadt kennenlernen zu dürfen.»

Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass Summer Schools allen Beteiligten hervorragende Möglichkeiten für den Aufbau und die Pflege verschiedener Netzwerke bieten. Diese Netzwerke dienen kurz- oder langfristig neuen Kollaborationen und Partnerschaften. Natürlich profitiert nicht zuletzt auch die Fachhochschule Graubünden vom Aufbau neuer und von der Festigung bestehender Beziehungen zu anderen Institutionen, wie Universitäten und Forschungseinrichtungen.

Joint Summer School in Information Science 2023
Auf gemeinsamen Wanderungen lernt man sich noch besser kennen.
Joint Summer School in Information Science 2023
Auch Stadtführungen gehören zum Programm.
Joint Summer School in Information Science 2023
Zadar ist eine kroatische Stadt an der dalmatinischen Küste.
Joint Summer School in Information Science 2023
Wunderschöne Abendstimmung am Meer

Beitrag von

Sabrina Lindau, Wissenschaftliche Projektmitarbeiterin, Schweizerisches Institut für Informationswissenschaft