Digitale Transformation

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Industrie 4.0: Wir packen‘s an!

Veränderungen, welche durch Industrie 4.0 angestossen werden sind vielfältig. Umso schwieriger ist es, den eigenen Weg zu finden. Das Forschungsteam der HTW Chur und der Universität St.Gallen, sowie der Umsetzungspartner Zellweger Management Consultants, haben einen Prozess entwickelt, anhand welchem der Einstieg in Industrie 4.0 gelingt.

 

Der Prozess startet mit der Ideengenerierung. Zentral bei der Ideengenerierung ist der Einsatz eines interdisziplinären Teams. Ein breitabgestütztes Team ermöglicht das Einbinden der unterschiedlichen Perspektiven, wie zum Beispiel das Anbieten neuer Dienstleistungen, das Vernetzen von horizontalen Prozessen oder das Entwickeln von intelligenten Produkten.

 

Im Rahmen des Forschungsprojekts wurden anhand eines Ideengenerierungsprozesses rund 700 Industrie 4.0 Ideen entwickelt. Zum einen wurden relevante Megatrends (z.B. Konnektivität und Wissenskultur identifiziert und die Auswirkungen auf die Wertschöpfungskette diskutiert. Die neuen Wertschöpfungsketten visualisierten die Teilnehmer anhand von Legobausteinen und identifizierten anschliessend erste Industrie 4.0 Ideen. Andererseits wurden Veränderungen anhand des Kundenerlebnisprozesses diskutiert und weitere Industrie 4.0 Potenziale aufgezeigt.

 

Eine weiterer Ideengenerierungsschritt basierte auf der Analyse der Auswirkungen unterschiedlicher Geschäftsmodelle (Razor and Blade, Freemium, Pay per use, …). Der vierte Schritt umfasste den Einsatz von Kreativitätstechniken (Lotus Blüte, Magazine Shopping) anhand welcher das „Out-of the Box“ Denken stimuliert wurde. Abschliessend, wurden basierend auf einer Industriestudie Successful Practice Unternehmen identifiziert und anhand dem Motto „Lernen von den Besten“ zusätzlich Ideen erarbeitet. Basierend auf  einer Kriterien-Liste wurden vielversprechende Ideen ausgewählt, visualisiert und konkretisiert.

 

Die Ideen der Wirtschaftspartner umfassen beispielsweise die Zustandsüberwachung der Anlagen, E-Commerce, Bild-Erkennung, Echtzeitdatenüberwachung, prädiktive Wartung  und die gläserne Fabrik.  Die entwickelten Ideen beziehen sich auf unterschiedliche Dimensionen. Während es sich bei den einen um neue Angebote für den Kunden handelt (prädiktive Wartung), beziehen sich andere auf die Erzielung interner Effizienzvorteile (Montageroboter) oder beschreiben den Einsatz neuer Technologien (Zustandsüberwachung, Echtzeitdatenüberwachung). Wichtig für die Umsetzung der digitalen Transformation, welche durch Industrie 4.0 angestossen wird, sind alle Dimensionen.

 

Um die Investitionen in neue Entwicklungen koordinieren zu können, ist zu analysieren, wie diese Ideen zusammenhängen. Es ist aufzuzeigen, welche Technologien für welche neuen Angebote oder Effizienz­steigerungen die Grundlage bilden. Die entsprechenden Zusammenhänge werden im Industrie 4.0 Geschäftsmodell ersichtlich. Anschliessend erfolgt eine weitere Konkretisierung der notwendigen Fähigkeiten und Technologien. Durch die Festlegung der Abhängigkeiten der Technologien und Fähigkeiten, die Identifizierung der Entwicklungsdauer und der Ressourcendiskussion kann anschliessend die Industrie 4.0 Roadmap erstellt werden. Abbildung 1 fasst die Phasen der Entwicklung einer Industrie 4.0 Roadmap zusammen. 

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Die Roadmap zeigt das langfristige Ziel der digitalen Transformation auf. Dabei handelt es sich um keine einmalige Aktion. Neue Ideen oder Technologien beeinflussen die Umsetzungsschritte der Roadmap. Anhand der zugrundenliegenden Visualisierung notwendiger Technologien und Fähigkeiten können neue Ideen jedoch schnell integriert werden. Der entwickelte Prozess ermöglicht einerseits den Einstieg in Industrie 4.0 und andererseits die langfristige Verankerung im Unternehmen.

Die Ideengenerierungsphase des interdisziplinären Projektteams ermöglicht, ein gemeinsames Ziel der Industrie 4.0 Aktivitäten zu definieren sowie ein unternehmensspezifisches Industrie 4.0 Modell zu entwickeln. Dadurch kann innerhalb eines Unternehmens eine gemeinsame Vorstellung von Industrie 4.0 entwickelt werden; ein zentraler Schritt einer jeden Transformation.

Ihr Kontakt:

Deflorin Patricia, Prof. Dr. oec HSG
Tel. +41 81 286 37 56
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patricia.deflorin@htwchur.ch
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