Projekt SYMPHONY - HTW Chur

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Projekt
SYMPHONY

Projekt auf einen Blick

Das Ziel des Projekts SYMPHONY (Swiss System for Monitoring bibliographic data and Holistic publication behavior analysis): Requirements Analysis war die Durchführung einer Studie, mit deren Hilfe das Publikationsverhalten von Forschenden in der Schweiz in systematischer und kontinuierlicher Art untersucht werden kann.

Ausgangslage

Aufgrund der Komplexität der Aufgabe und der hohen Zahl an Beteiligten wurde SYMPHONY als Vorstudie konzipiert, mit der die Anforderungen (requirements) von zentralen Anspruchsgruppen an ein neues System zur Untersuchung des Publikationsverhaltens identifiziert und analysiert werden konnten.

Umsetzung

Es wurden verschiedene Forschungsmethoden eingesetzt, um das Projektziel zu erreichen: In einem ersten Schritt wurde eine internationale Literaturanalyse durchgeführt, die wertvolle Einblicke in die Potenziale, aber auch die Probleme der aktuellen bibliometrischen Ansätze zur Untersuchung des Publikationsverhaltens lieferte. Als zweiter methodischer Schritte organisierte das Projektteam einen Stakeholder-Dialog, in dessen Rahmen 40 Interviews mit wichtigen Akteuren und Expertinnen/Experten durchgeführt wurden: Es handelte sich dabei um alle Universitäten und die meisten Fachhochschulen, eine Auswahl von Forschungsorganisationen, Förderinstitutionen sowie bibliometrische Expertinnen und Experten etc.

Dieser Stakeholder-Dialog war notwendig, damit die grosse Heterogenität und dezentrale Struktur des Schweizer Wissenschaftssystems angemessen berücksichtigt werden konnte. Die Interviewpartner wurden zu ihrer aktuellen Praxis bezüglich der Erfassung des Publikationsverhaltens (technische Infrastruktur, finanzielle Ressourcen, Organisationsrichtlinien und Prozesse) sowie zu ihren Bedürfnissen und Anforderungen hinsichtlich einer neuen oder angepassten Infrastruktur befragt.

Resultate

Die Expertengespräche haben deutlich gemacht, dass die Mehrheit der Akteure im Schweizer Wissenschaftssystem den aktuellen Status quo der Messung des Publikationsverhaltens als problematisch betrachtet. Grund für diese kritische Einschätzung ist die sehr einseitige und unvollständige Datenbasis, welche die dominanten bibliometrischen Datenbanken (z. B. Web of Science von Thomson Reuters) auszeichnet, in denen eine Reihe wissenschaftlicher Disziplinen (Sozial- und Geisteswissenschaften) und viele wissenschaftliche Veröffentlichungsformate (z. B. nur enge Auswahl von Büchern und Buchkapiteln) nicht ausreichend vertreten sind.

Basierend auf den Erkenntnissen aus den Experteninterviews hat das Projektteam die folgenden vier Szenarien entwickelt: (1) Status quo; (2) Durchführung von gezielten Studien mit Fokus auf bestimmte vernachlässigte Disziplinen; (3) Aufbau einer neuen Infrastruktur für die Messung des Publikationsverhaltens von Forschenden in der Schweiz; ( 4) Szenario 3, ergänzt um eine Medienanalyse mit Fokus auf die gesellschaftlichen Auswirkungen von Publikationen und Projekten. Diese Szenarien wurden den befragten Expertinnen und Experten im Rahmen eines Workshops vorgestellt – mit der Bitte um Feedback und Stellungnahme. Ein wichtiges Ergebnis des Workshops war die Empfehlung der Teilnehmenden, sich für die weitere Projektentwicklung auf Szenario 3 zu konzentrieren und den Aufbau einer neuen Infrastruktur zur Messung des Publikationsverhaltens von Forschenden in der Schweiz voranzutreiben.

Fazit

Aufgrund des Feedbacks aus dem Stakeholder-Workshop hat das Projektteam eine überarbeitete und detailliertere Version von Szenario 3 (neue Infrastruktur) entwickelt, das als bester Ansatz betrachtet wird, um die ehrgeizigen Ziele aus dem «White Paper» von swissuniversities zu erreichen. Dieses Szenario soll im Nachfolgeprojekt SYMPHONY – Proof of Concept untersucht werden, das im letzten Kapitel des Schlussberichts kurz vorgestellt wird.

Weiterführende Information

Beteiligte

Das Projekt wurde vom Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft (SII) im Auftrag der swissuniversities und des SUK-P-2-Programms: «Scientific information: access, processing and safeguarding» umgesetzt.