Projekt Fusions-Check Glarus - HTW Chur

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Projekt
Fusions-Check Glarus

Projekt auf einen Blick

Mit dem Fusions-Check schuf das ZVM ein schweizweit einmaliges Instrument, um die Auswirkungen resp. Entwicklungen von Gemeindefusionen umfassend zu messen. Die Umsetzung resp. dessen Weiterentwicklung im Kanton Glarus stellte die Projektverantwortlichen vor spezifische Herausforderungen, da der Fusionszeitpunkt dort bereits fünf Jahre zurücklag.

Ausgangslage

Gemeindefusionen finden seit dem Jahr 2000 schweizweit in verstärktem Mass statt. Die Auswirkungen von Gemeindefusionen sind bisher aber erst in einigen wenigen Bereichen wie Finanzen und Partizipation untersucht worden. Es fehlte insbesondere ein Messinstrument, das die Auswirkungen verschiedener Aspekte (ökonomisch, soziologisch, demokratisch) ganzheitlich darstellt. Dieses wurde vom ZVM Anfang 2015 nach zweijähriger Forschungsphase in Form des Fusions-Checks der Öffentlichkeit vorgestellt. Die fünf Kantone Aargau, Bern, Glarus, Graubünden und Zürich hatten das ursprüngliche Forschungsprojekt ideell und finanziell unterstützt.

Der Kanton Glarus wollte fünf Jahre nach seiner Gemeindestrukturreform eine umfassende Analyse vornehmen. Er entschied sich für den Fusions-Check. Eine Weiterentwicklung war nötig, um die Daten für die Indikatoren rückwirkend erheben zu können.

Projektziel

Ziel der Weiterentwicklung des Fusions-Checks war es, ein spezifisches Messinstrument für den Kanton Glarus zu entwickeln, das die Auswirkungen von Gemeindefusionen auf verschiedensten Ebenen misst und somit quantifizierbar macht.

Umsetzung

Die Glarner Gemeindestrukturreform war für die Weiterentwicklung des Fusions-Checks Herausforderung und Chance zugleich. Einerseits ergab sich die Möglichkeit, auf einen Schlag alle Gemeinden eines ganzen Kantons sowohl zum Zeitpunkt t1 (Stichtag 31.12.2014) als auch nachträglich (mit Einschränkung) zum Zeitpunkt t0 (Stichtag 1.1.2008) zu untersuchen. Andererseits war zu berücksichtigen, dass durch die Komplexität der Reform an vielen massgeblichen Rahmenbedingungen umfassende Änderungen vorgenommen wurden, die einen Vergleich erschwerten. Die Datenmenge (inkl. Bevölkerungsbefragung) aus der Untersuchung der 25 altrechtlichen Gemeinden und der drei neu entstandenen Einheitsgemeinden war zudem erheblich.

Resultate

Kernstück des Messinstruments Fusions-Check war eine Auswahl von Indikatoren, aufgeteilt auf die in der Fusionsliteratur gängigen Hauptdimensionen:

  • wirtschaftliche Argumente
  • Qualität der Demokratie
  • gesellschaftliche Faktoren

Als Beispiele für die erste Dimension dienen die kommunalen Finanzkennzahlen wie Verwaltungsaufwand, Selbstfinanzierungsanteil etc. Daneben werden aber auch die Qualität der kommunalen Dienstleistungen sowie der Anteil Zugezogener gemessen. Zur zweiten Dimension gehören Indikatoren wie Stimmbeteiligung oder Anzahl Kandidierende pro Amt, während zur dritten Dimension beispielsweise die Zufriedenheit mit den politischen Behörden, aber auch die Höhe der kommunalen Kulturausgaben gezählt werden.

Die ursprüngliche These, dass sich eine Fusion positiv auf die Dimensionen «wirtschaftliche Argumente» und «Qualität der Demokratie» auswirkt und negativ auf die Dimension «gesellschaftliche Faktoren», muss relativiert werden. Aufgrund der ausgewogenen Auswahl der Indikatoren können sich diese innerhalb der einzelnen Dimensionen gegenseitig neutralisieren. Umso wichtiger ist, dass neben der Gesamtschau auch die Resultate auf Indikatorenebene vertieft analysiert werden.

Die Auswertungen im Kanton Glarus zeigen insgesamt für alle drei Einheitsgemeinden eine positive Entwicklung seit der Fusion auf. Auffallend ist, dass sich alle drei Glarner Gemeinden fast gleich positiv entwickelt haben, wenn auch mit unterschiedlichem Ausgangs- und Endniveau.

Publikationen

Team

Derungs Curdin
Prof., Dr. oec. HSG
Fetz Ursin
Prof., Dr. iur. Rechtsanwalt

Weiterführende Information