Projekt Gerechtigkeit, Anreize und heterogene Bedarfe - HTW Chur

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Projekt
Gerechtigkeit, Anreize und heterogene Bedarfe

Projekt auf einen Blick

Das Projekt untersucht die Bedeutung einer graduellen Abstufung von persönlicher Verantwortung für die Akzeptanz einer intergenerativen Umverteilung und die Nachhaltigkeit des Rentensystems. Hierzu werden Laborexperimente durchgeführt. Das Projekt ist Teil des grösseren Forschungsverbunds «Bedarfsgerechtigkeit und Verteilungsprozesse».

Ausgangslage

Das Projekt befasst sich mit der Frage, welche ökonomischen Anreizeffekte eine (bedarfsgerechte) Umverteilung auslöst: Wie wird die Menge der in einer Gesellschaft produzierten und (um-)verteilbaren Güter beeinflusst? Ist bedarfsgerechte Umverteilung nachhaltig? Die Lehrbuchtheorie legt nahe, dass jede Form der Umverteilung zu einer Minderung von Leistungsanreizen und dementsprechend auch zu einer geringeren gesellschaftlichen Umverteilungsmasse führt. Umverteilung bringt also implizite Kosten mit sich.

Projektziel

Das Teilprojekt analysiert, ob eine an Bedarfsgerechtigkeit orientierte Umverteilung eine höhere gesellschaftliche Akzeptanz als andere Verteilungsregeln hat und somit geringere implizite Kosten mit sich bringt. Ein wichtiger Aspekt dabei ist, wie die Transparenz von Bedarfsfestlegungen die Höhe der impliziten Kosten der Umverteilung beeinflusst. Transparenz wird im Sinne von «Vorhersehbarkeit des Ergebnisses der Abstimmung über den zur Bedarfsdeckung nötigen Steuersatz» operationalisiert. Beispielsweise wird ein prozedural sehr faires aber unvorhersehbares Abstimmungsverfahren wie die Lotterie mit einer sehr unfairen aber gut vorhersehbaren diktatorischen Entscheidung verglichen. Das Projekt analysiert theoretisch und prüft experimentell im Rahmen eines Produktions-Umverteilungsspiels, wie die Transparenz von Verteilungsprozeduren und die Heterogenität des Bedarfs mit der Produktion interagieren.

Neben Mitarbeitenden der HTW Chur sind zusätzlich folgende Personen im Projektteam tätig:

Prof. Dr. Monika Bütler, Universität St. Gallen
Prof. Dr. Frank Nullmeyer, Universität Bremen