Projekt Bibliotheksanalyse Basel-Stadt - HTW Chur

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Projekt
Bibliotheksanalyse Basel-Stadt

Projekt auf einen Blick

Der Kanton Basel-Stadt erteilte der Firma Berinfor den Auftrag für eine Analyse der Bibliothekslandschaft im Hinblick auf eine Bibliotheksstrategie. Berinfor zog das SII zur fachlichen Unterstützung bei. Der abschliessende Bericht untersucht die Situation in den Bibliotheken der Stadt Basel und zeigt strategische Stossrichtungen auf. Die Analyse des IST-Zustands erfolgte mittels verschiedener Methoden (Dokumentanalyse, Besichtigungen, Gespräche vor Ort) und wurde im Projektteam diskutiert und verifiziert. Als Ergebnis lässt sich festhalten, dass sich die Situation in der Bibliothekslandschaft Basel-Stadt erfreulich präsentiert. Im Vergleich zu anderen Schweizer Städten bietet Basel eine lebendige Bibliothekskultur mit sinnvollen Angeboten und Aktivitäten zu relativ geringen Kosten. Analysiert wurden die allgemeinen öffentlichen Bibliotheken der GGG Stadtbibliothek mit ihrem Netz an Quartierbibliotheken sowie die interkulturelle Bibliothek JUKIBU. Letztere hat ein zielgruppenorientiertes Medien- und Veranstaltungsangebot und bietet mit dem Kinderliteraturbus ein ausserschulisches Leseförderungsprogramm an.

In die Analyse einbezogen wurden auch die Schulbibliotheken, die im Rahmen der Schulentwicklung grosse Veränderungen mitmachen. Im Rahmen laufender Pilotprojekte betreibt die GGG Stadtbibliothek einzelne Schulbibliotheken mit vielversprechenden ersten Erfahrungen. Schulbibliotheken sind vor allem in der innerschulischen Leseförderung sowie als Lern- und Arbeitsort im Schulhaus aktiv. Im Rahmen des Lehrplans 21 kommen mit der Informations- und Medienkompetenz weitere Aufgaben auf die Schulbibliotheken zu, ebenso durch den Ausbau der Tagesstrukturen.

Untersucht wurden ebenfalls die wissenschaftlichen Bibliotheken, die in der Stadt Basel mit der Universitätsbibliothek und ihren Teilbibliotheken sowie mehreren Hochschulbibliotheken vertreten sind. Hier sind elektronische Medien und Digitalisierung wichtige Themen, wobei der Zugang zu lizenzierten Inhalten für die Bevölkerung (und insbesondere die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten) eine Herausforderung darstellt.

Auf Grundlage der Analyse wurde zusammen mit dem Projektteam eine SWOT-Analyse erstellt, aus der gemeinsam strategische Stossrichtungen entwickelt wurden. Es wurden keine grossen Doppelspurigkeiten ermittelt, doch erscheint ein Gesamtkonzept für die Bibliotheken in der Stadt Basel sinnvoll. Bei der ausserschulischen Leseförderung können Aktivitäten (z. B. im Marketing) besser koordiniert werden. Im Bereich der Zusammenarbeit zwischen Schulen und Bibliotheken sollen zum einen die laufenden Pilotprojekte der von der GGG betreuten Schulbibliotheken evaluiert werden und zum anderen soll geprüft werden, inwiefern sich die Schulbibliotheken in die Tagesstrukturen einbringen können. Eine sinnvolle Massnahme ist die Integration der JUKIBU als Quartierbibliothek (in St. Johann) in die GGG Stadtbibliothek. Zudem kann die JUKIBU ihre Fachkompetenz im Bereich der interkulturellen Bibliotheken verstärkt den Schulen und Bibliotheken Basels zur Verfügung stellen. Bei den allgemeinen öffentlichen Bibliotheken soll die Einführung eines gemeinsamen Bibliotheksausweises geprüft werden. Auf dieser Grundlage könnte auch der Zugang der Schülerinnen und Schüler zum E-Medien-Angebot der GGG Stadtbibliothek (BibNetz) ermöglicht werden. Bei der Ausdehnung des E-Medien-Angebots der Universitätsbibliothek auf Gymnasien sind die Erfolgsaussichten geringer, da dies mit deutlich höheren Lizenzkosten verbunden sein dürfte. Schliesslich sollte noch die erfolgreich gestartete Betreuung sozial benachteiligter Jugendlicher in der GGG Stadtbibliothek nachhaltig gesichert werden.

Der Bericht dient der Kantonsregierung zur Entscheidung, ob Handlungsbedarf im Bereich Bibliotheken besteht und ob gegebenenfalls eine Bibliotheksstrategie entwickelt werden soll.

Team

Das Projekt wurde von dem folgenden ehemaligen Mitarbeiter der HTW Chur geleitet:

  • Rudolf Mumenthaler

Weiterführende Information

Beteiligte

Das Projekt wurde vom Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft (SII) im Auftrag der Berinfor AG und des Kantons Basel-Stadt umgesetzt.