Projekt Online-Buchungstool für Gruppenreisen - HTW Chur

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Projekt
Online-Buchungstool für Gruppenreisen

Projekt auf einen Blick

Das Institut für Tourismus und Freizeit (ITF) und das Institut für Photonics und ICT (IPI) entwickelten in diesem interdisziplinären Forschungsprojekt gemeinsam mit dem Hauptumsetzungspartner Graubünden Ferien ein (bisher im Markt fehlendes) Online-Buchungstool für (Vereins-)Gruppenreisen. Das übergeordnete Ziel des durch Innosuisse geförderten Forschungsprojekts war die Gewinnung neuer Gäste für Graubünden und die Erhöhung der Auslastung von Hotel-, Gastronomie- und weiteren touristischen Betrieben.

Ausgangslage

In den letzten Jahren nahm die Direktbuchung von Unterkünften stark ab: Die Buchungen erfolgen vermehrt indirekt über sogenannte Online Travel Agencies (Online-Reisebüros) oder Global Distribution Systems. Ein Global Distribution System ist ein vernetztes Informationssystem, welches den Nutzerinnen und Nutzern Daten verschiedener Leistungsanbieter über das Web zur Verfügung stellt und die Angebote online buchbar macht. Parallel dazu zeigen aktuelle Studien, dass vor allem Gruppenreisen ein wachsendes Segment für den Tourismus darstellen. Jede fünfte Person in der Schweiz ist beispielsweise Mitglied in einem Sportverein, von denen 90 Prozent mindestens einmal pro Jahr eine Vereinsreise unternehmen.

Obwohl Reisen vermehrt online gebucht werden, existiert derzeit noch kein den Ansprüchen von Gruppenreisenden gerecht werdendes Online-Buchungstool, das individualisierbare Gruppenreisen in Echtzeit vorschlägt und diese direkt buchbar macht.

Projektziel

Das interdisziplinäre Forschungsprojekt verfolgte das Ziel, ein Online-Buchungstool für (Vereins-)Gruppenreisen zu entwickeln, das den Ansprüchen der Gruppenreisenden gerecht wird, massgeschneiderte und individuell zusammensetzbare Elemente in Echtzeit anbietet und diese direkt buchbar macht.

Neuartig an diesem Online-Buchungstool ist, dass – basierend auf den erfassten Interessen und Bedürfnissen der Gruppenreisenden – eine Hauptaktivität in Graubünden empfohlen wird. Ausgehend von der Hauptaktivität wird anschliessend eine Unterkunft in der Nähe der Aktivität vorgeschlagen. Die Reisenden haben darüber hinaus die Möglichkeit, ihrer Reise weitere Aktivitäten hinzuzufügen, sich für eine andere Unterkunft zu entscheiden oder die Reise noch mehr zu individualisieren.

Durch das Online-Buchungstool sollen langfristig neue Gäste für Graubünden gewonnen und die Auslastung von touristischen Betrieben erhöht werden.

Resultate

Phase 1: Sekundärdaten-Analyse

Zu Beginn des Forschungsprojekts analysierte Graubünden Ferien touristische Produkte in Graubünden für Gruppenreisende und wertete die bisherigen Erfahrungen mit der Zielgruppe aus. Daraufhin identifizierte das Institut für Tourismus und Freizeit (ITF) bestehende Funktionalitäten sowie Best Practices von mehreren Buchungsplattformen und touristischen Akteuren. Diese Erkenntnisse bildeten die Ausgangslage für die technische Vorstudie, die das Institut für Photonics und ICT (IPI) erstellte.

Phase 2: Primärdaten-Analyse

Das Institut für Tourismus und Freizeit (ITF) führte im Sommer 2016 eine Befragung von knapp 2000 Vereinsgruppenreisenden durch. Die Ergebnisse zeigen beispielsweise, dass eine typische Reisegruppe aus durchschnittlich 35 Reisenden besteht und dass die Reise im Spätsommer oder Herbst mit einer Übernachtung stattfindet.

Die Haupterkenntnisse der Befragung und die identifizierten Personas wurden im nächsten Schritt mit Graubünden Ferien, den Partnerdestinationen und den touristischen Leistungsträgern in einem Workshop diskutiert; sie bilden die Grundlage für den technischen Empfehlungsmechanismus des Online-Buchungstools.

In Interviews mit touristischen Leistungsträgern wurde untersucht, welche Herausforderungen bei der Produktentwicklung bestehen. Dabei stellt die Zusammenarbeit zwischen den involvierten Akteuren zwecks Bereitstellung einer Gesamtleistung für die Gäste eine häufige Schwierigkeit dar. Basierend auf den Interviewergebnissen wurden Serviceketten für die zukünftige Interaktion zwischen Leistungsträgern, Destinationen und Gruppenreisen-Buchungstool abgeleitet.

Phase 3: Entwicklung des Prototyps

Basierend auf den Erkenntnissen der Phasen 1 und 2 erstellte das Institut für Tourismus und Freizeit (ITF) in Absprache mit Graubünden Ferien und dem Institut für Photonics und ICT (IPI) die grundlegende Anforderungsbeschreibung des Online-Buchungstools. Nebst der Darstellung und Integration der Unterkünfte und Aktivitäten waren die Empfehlung und Individualisierung der Reise sowie die Buchung und technische Adaption die Hauptanforderungen.

Die technische Umsetzung des Tools erfolgte durch das Institut für Photonics und ICT (IPI), welches zu diesem Zweck das agile Vorgehensmodell Scrum eingesetzt hat. Dabei wurden die Anforderungen an das Tool in einzelne konkrete Bestandteile, sogenannte User Stories, aufgeteilt. Die User Stories beinhalten eindeutige Anforderungsbeschreibungen sowie Akzeptanzkriterien und wurden im sogenannten Product Backlog in Absprache mit dem Hauptumsetzungspartner Graubünden Ferien durch das Institut für Tourismus und Freizeit (ITF) definiert, verwaltet und priorisiert. Der aktuelle Wissensstand floss stets in die Weiterentwicklung zukünftiger User Stories ein und bedingte eine rollende Priorisierung sowie Umsetzung.

Zudem haben folgende ehemalige Mitarbeitende der HTW Chur am Projekt mitgearbeitet:

  • Domenico Bergamin
  • Nele Marisa von Bergner
  • Lisa Möller

 

Vom Hauptumsetzungspartner Graubünden Ferien waren folgende Personen beteiligt:

  • Flavio Godenzi
  • Romedi Conradin
  • Lisa Nahrgang (nicht mehr bei GRF)

Weiterführende Information

In den Medien

Wissen praxisorientiert umsetzen – in Kooperationen im Magazin Wissensplatz der HTW Chur, September 2018.

Beteiligte

Das Projekt wurde vom Institut für Tourismus und Freizeit (ITF) in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Institut für Informationswissenschaft (SII) und dem Zentrum für wirtschaftspolitische Forschung (ZWF) umgesetzt. Hauptauftragspartner war Graubünden Ferien. Innosuisse (Kommission für Technologie und Innovation KTI) hat das Projekt mitfinanziert.