Projekt Berufskompatible Kinderbetreuung im ländlichen Raum - HTW Chur

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Projekt
Berufskompatible Kinderbetreuung im ländlichen Raum
Projekt auf einen Blick

Projekt auf einen Blick

Ziel des Projekts ist die Identifikation und Umsetzung geeigneter Kooperationen zwischen Kinderbetreuungsanbietern in zwei Pilotregionen, um auch im ländlichen Raum berufskompatible Betreuungsstrukturen zu schaffen und zu erhalten. Ein Praxisleitfaden erlaubt den Wissenstransfer in weitere Regionen.

  • Projekt

    Kooperationsmodelle zur Sicherstellung berufskompatibler Kinderbetreuungsstrukturen im ländlichen Raum
  • Lead

    Zentrum für wirtschaftspolitische Forschung (ZWF) Mehr zum Institut/Zentrum
  • Projektleitung

    Engler Monika Mehr über Engler Monika
  • Team

    Dinner Kathrin Mehr über Dinner Kathrin
  • Forschungsfelder

    Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik Mehr zu den Forschungsfeldern
  • Auftrag/Finanzierung

    Eidg. Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann, Amt für Soziales des Kantons St. Gallen, Stiftung Mercator Schweiz, Gemeinde Thusis, Fachverband Kinderbetreuung Graubünden
  • Dauer

    März 2018 – Mai 2020
Ausgangslage

Ausgangslage

Im ländlichen Kontext ist die Bereitstellung einer berufskompatiblen Betreuungsinfrastruktur mit besonderen Herausforderungen verbunden. Eine solche bedarf eines Betreuungsangebots, das über das gesamte Jahr den ganzen Arbeitstag abdeckt und gleichzeitig flexibel entsprechend dem effektiven Betreuungsbedarf beansprucht werden kann. Aus Anbietersicht kann eine breite Angebotspalette nur dann zu attraktiven Kosten bereitgestellt werden, wenn die Auslastung der Betreuungskapazitäten konstant hoch genug ausfällt (Hölterhoff et al., 2009). In ländlichen und dünner besiedelten Regionen stossen lokale Betreuungsinstitutionen aufgrund der zahlenmässig beschränkten Nachfrage regelmässig an ihre Grenzen. Dies umso mehr, wenn die Betreuungsinstitutionen die Aufbauphase hinter sich gelassen haben und die Bundessubventionen sowie – in vielen Fällen – die während der Pionierzeit zusätzlich geleisteten Unterstützungen in Form von Spenden und Freiwilligenarbeit sukzessive auslaufen.

Projektziel

Projektziel

Um in ländlichen Regionen den Zugang zur Betreuungsinfrastruktur dauerhaft und zu erschwinglichen Preisen erhalten zu können, müssen die Nachteile – geringere Bevölkerungsdichte und kleinräumige Strukturen – überwunden und neue Organisations- und Kooperationsformen in und zwischen den lokalen Betreuungsinstitutionen entwickelt werden.

Ziel des Projekts ist die Erarbeitung eines Praxisleitfadens, der es Kinderbetreuungsinstitutionen in ländlichen Regionen ermöglicht, geeignete Kooperationsformen zu eruieren und zu implementieren. In den beiden Pilotregionen St. Gallen und Graubünden sollen neue Kooperationsformen umgesetzt werden. Damit soll ein Beitrag zur Schaffung und zum Erhalt von berufskompatiblen Betreuungsstrukturen geleistet werden, was letztlich der Erhöhung der Frauenerwerbsbeteiligung dient.

Umsetzung

Umsetzung

Das Projekt wird in enger Zusammenarbeit mit den Kinderbetreuungsanbietern in den Pilotregionen realisiert. Um die Projektarbeiten breiter abzustützen, wird pro Pilotregion eine Begleitgruppe eingesetzt. Diese umfasst neben den Vertreterinnen und Vertretern der beteiligten Kinderbetreuungsinstitutionen auch Vertreterinnen und Vertreter aus Politik/Verwaltung und Wirtschaft.

Einerseits wurde die Ausgangslage – insbesondere die von den in den Pilotregionen ansässigen Kinderbetreuungsinstitutionen bislang praktizierten Organisationsund Kooperationsmodelle – mittels umfangreicher Dokumentanalysen und qualitativer Experteninterviews erhoben. Andererseits wurde die Nachfrageseite, sprich: die Anforderungen an ein berufskompatibles Kinderbetreuungsmodell, aus den Blickwinkeln der Eltern und ausgewählter regionaler Arbeitgeber beleuchtet. In einem nächsten Schritt werden mögliche Kooperationsund Organisationsmodelle ausgearbeitet und deren Implementierung begleitet.

Resultate

Resultate

Zur Diskussion stehen verschiedene Lösungsansätze, zum Beispiel ein zentrales Service- und Vermittlungscenter, ein gemeinsamer Pool von Betreuungs- und Fachpersonen sowie ein von mehreren regionalen Firmen mit ähnlichen Bedürfnissen mitgetragenes Betreuungsangebot mit beispielsweise ausgedehnten Öffnungszeiten am Abend, an den Wochenenden oder während der Tourismus-Saisonzeiten. Weitere Überlegungen betreffen die verstärkte Zusammenarbeit zwischen Kitas, Horten und Tageseltern.

Der erstgenannte Lösungsansatz stösst bei den partizipierenden Kinderbetreuungsanbietern auf Interesse, obschon eine gewisse Zurückhaltung bezüglich der Auslagerung von Prozessen spürbar ist. Das angedachte Servicecenter würde im Auftrag der ihm angegliederten Institutionen typische Unterstützungsprozesse wie die Rechnungsstellung und die Lohnauszahlung übernehmen sowie die IT-Infrastruktur und Unterhaltsarbeiten sicherstellen. Diese anbieterübergreifend tätige Stelle würde das Betreuungspersonal und die oftmals noch operativ tätigen Vereinsvorstände gleichermassen entlasten und es den Kinderbetreuungsinstitutionen ermöglichen, sich auf ihr Kerngeschäft – die qualitativ hochwertige Kinderbetreuung – zu fokussieren.

«Durch die engagierte und weiterentwickelte Zusammenarbeit zwischen Kinderbetreuugsinstitutionen,...
«Durch die engagierte und weiterentwickelte Zusammenarbeit zwischen Kinderbetreuugsinstitutionen, regional ansässigen Arbeitgebern und Gemeinden können massgeschneiderte Kinderbetreuungsmodelle für periphere Regionen entworfen werden.»
Prof. Dr. Monika Engler, Projektleiterin und Professorin am ZWF
Weiterführende Information

Weiterführende Information

Beteiligte

Das Projekt wird vom Zentrum für wirtschaftspolitische Forschung (ZWF) im Auftrag vom Eidg. Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann, dem Amt für Soziales des Kantons St. Gallen, der Stiftung Mercator Schweiz, der Gemeinde Thusis und dem Fachverband Kinderbetreuung Graubünden umgesetzt.