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Zusammenarbeit mit Studierenden als Wettbewerbsvorteil

Zusammenarbeit mit Studierenden als Wettbewerbsvorteil

Im abgelaufenen Studienjahr konnten auf Initiative von Tourismus Val Müstair Projektarbeiten ausgeschrieben werden, die aufzeigen sollten, wie die Wettbewerbsfähigkeit in der Talschaft zu erhöhen ist. Diese Projekte wurden von Betriebsökonomiestudierenden im Rahmen des Businessplan-Moduls bearbeitet.

Text: Tamara Kühne / Bild: Nicole Projer, HTW Chur / Film: Marc Burkhardt, Nicolas Howald, Nicole Projer, Valerio Tarnutzer

Um eine praxisorientierte Ausbildung zu gewährleisten, ist die enge Zusammenarbeit mit Unternehmen und Organisationen zentral. Die Businessplan-Studierendenprojekte sind ein wichtiges Instrument, um den Wissenstransfer zwischen Praxis und Hochschule sicherzustellen. So erarbeiteten Betriebsökonomiestudierende während ihres letzten Studienjahrs im Rahmen von begleiteten Businessplan-Arbeiten konkrete Aufgabenstellungen aus Unternehmungen oder Organisationen.

Für die Auftraggebenden bietet der Businessplan eine fachlich fundierte Lösung für ihre Aufgabenstellung. Der Zugang zu aktuellem Fachwissen ermöglicht es, Ideen zu konkretisieren und dafür die Entscheidungsgrundlage in Form eines Businessplans zu erarbeiten. Die Analyse erfolgt methodisch solide und aus unvoreingenommener Drittsicht. Dozierende betreuen die Projektarbeiten und stellen sicher, dass die Aufgabenstellung sowie deren Zielsetzung im Zentrum stehen.

Wettbewerbsfähiges Val Müstair?

Auf Initiative von Tourismus Val Müstair konnten im abgelaufenen Studienjahr Projektarbeiten ausgeschrieben werden, die aufzeigen sollten, wie die Wettbewerbsfähigkeit in der Talschaft zu erhöhen ist. Anlässlich eines Ideengenerierungs-Workshops Ende Oktober 2016 wurden die sechzehn Studierenden mit den Herausforderungen der Talschaft konfrontiert. Die Studierenden analysierten und hinterfragten die bestehenden Gegebenheiten in der Talschaft und kreierten erste innovative Lösungskonzepte, die der ausgeprägten Naturverbundenheit des Val Müstair, seinen Bewohnerinnen und Bewohnern sowie ihrer Kultur gerecht werden.

Der Lösungsfindungsprozess wurde durch die Integration des Moduls Innovationsmanagement (Design-Thinking-Ansatz) bereichert und durch die Interdisziplinarität mit anderen Studienrichtungen ergänzt.

 

Wissenstransfer sicherstellen

Nebst dem Ausbildungsziel, selbständig einen Businessplan unter Anwendung betriebswirtschaftlicher Methoden und Berücksichtigung der theoretischen Grundlagen zu erstellen, wird ein ausgeprägtes Bewusstsein für die eigenen unternehmerischen Stärken und Schwächen gefördert. Zudem wird eine Kernaufgabe der Fachhochschule – der Wissenstransfer – anhand der vorliegenden Lösungsansätze aufgezeigt.

Der Aufraggebende profitiert von frischen Ideen und den Kenntnissen der Studierenden. Darüber hinaus holt sich die Unternehmung aktuelles Fach- und Methodenwissen aus der Hochschule direkt in die Organisation. Wissenschaftlich fundierte Lösungskonzepte sind dank des interdisziplinären Fachwissens der Hochschule das Ziel bei der Erarbeitung eines Businessplans.

Die Businesspläne wurden anschliessend im jährlich stattfindenden internen Businessplan-Wettbewerb einer Fachjury zur Beurteilung vorgestellt. Für ihren Businessplan «Chasa da Lain», ein Baumhaus-Hotelkonzept, wurden Marc Burkhardt, Nicolas Howald, Nicole Projer und Valerio Tarnutzer ausgezeichnet. Dank dieses einzigartigen Beherbergungskonzepts in den Baumkronen der Wälder des Val Müstair sollen Gäste die atemberaubende Natur geniessen und gleichzeitig die Talschaft als Feriendestination entdecken. Die weiteren Projekte, welche als ideale Ergänzung zum prämierten Projekt betrachtet werden können, stiessen bei den Auftraggebenden auf sehr grosses Interesse: die Umwandlung eines Wellnesshotels in ein betreutes Alterswohnheim, ein Dienstleistungsangebot im Bereich «Gesundheitswochen» sowie ein Angebot im Bereich «E-Mobilität» (Ferienpaket mit Unterkunft und Erkundung der Talschaft mittels Elektrofahrzeug). Die Nominierung des Projekts «Chasa da Lain» durch GastroSuisse zum innovativsten Schweizer Hotelkonzept des Jahres 2017 ist als weiterer Erfolg zu werten.

Zusammenarbeit als Wettbewerbsvorteil

Durch die Erarbeitung der vier Businesspläne wurde ein wertvoller Beitrag für die Feriendesti-nation Val Müstair geleistet. Gabriella Binkert (Gewerbe- und Gastroverband Val Müstair) fasst dies wie folgt zusammen: «Der Input für diese erfolgreiche Zusammenarbeit zeigt auf, dass eine enge Kooperation zwischen der HTW Chur und den hiesigen Betrieben nur von Vorteil sein kann. Nur gemeinsam können wir vorwärts kommen.»

 

Kurzbeschrieb der weiteren drei Projekte:

Betreutes Wohnen «al Liun»
von Monica Dermon, Nino Gritti, Marco Niggli und Orlando Pedretti
Dieses Projekt beschäftigte sich mit der Umnutzung eines Wellnesshotels in eine Einrichtung für betreutes Wohnen (Bau/Umbau von 14 Wohnungen). Insbesondere wurden die Notwendigkeit für ein solches Angebot, die gesetzlichen Voraussetzungen sowie die Finanzierbarkeit der Umnutzung geprüft.

Gesundheitswochen im Val Müstair
von Manuel Holenstein, Claudio Laely, Jacqueline Parpan und Pablo Zegg
Dieses Projekt beinhaltet ein Konzept für Gesundheitswochen. Dafür soll eine Plattform auf-gebaut werden, auf welcher der Gast seine individuellen Gesundheits- und Freizeitaktivitäten aus dem gesamten Angebot der Talschaft zusammenstellen kann.

Geschäftsfelderweiterung durch ein neues touristisches Angebot in Kombination mit Elektromobilität
von Tamara Kühne, Andri Kunz, Philipp Oswald und Alice Schönbächler
Das ökologische Projekt «Drive-Green-Package» kombiniert ein einzigartiges Angebot für Naturliebhaberinnen und -liebhaber, Lifestylerinnen und Lifestyler. Mit dem Elektrofahrzeug wird die unberührte Natur und Berglandschaft erkundet. Nach der Spritztour locken Wellness & Spa, Massagen oder Schönheitsbäder, Sauna oder Dampfbad sowie die kulinarischen Köstlichkeiten aus der Biosfera Val Müstair.

Beitrag von

Tamara Kühne

Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Zentrum für Betriebswirtschaftslehre (ZBW)