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Mitarbeiter-Sharing für Milestone nominiert

21. September 2017

Das Konsortium aus den Kantonen Graubünden und Tessin freut sich über die Nomination zum begehrten Milestone-Preis für Tourismus-Projekte in der Kategorie Innovation. Damit wird das Engagement des Vereins Mitarbeiter-Sharing gewürdigt, Kooperationen zwischen Saisonbetrieben aus der Hotellerie und Gastronomie im Personalbereich zu fördern und damit einen innovativen Ansatz gegen den Fachkräftemangel voranzutreiben. Mittels Sharing Economy Tools werden Sommer- und Winterstellen zu attraktiven Ganzjahresperspektiven gebündelt und Fachkräften damit eine spannende Alternative angeboten. Am 14. November 2017 werden die Gewinner bekannt gegeben.

Inspiriert von der Sharing Economy, wurde das Projekt Mitarbeiter-Sharing im 2015 mit renommierten Partnern aus der Hotellerie und Gastronomie unter der Leitung der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur gestartet, um gegen den sich zuspitzenden Fachkräftemangel in der Saisonhotellerie und -gastronomie anzutreten. «Die Hotellerie und Gastronomie spüren den Fachkräftemangel je länger je mehr», meint Marcel Krähenmann, Präsident des Vereins Mitarbeiter-Sharing und selber Direktor eines Saisonbetriebes im Tessin. Ausgebildete Fachkräfte bevorzugen oftmals Ganzjahresstellen oder wandern wegen des vergleichsweise tiefen Lohnes oder fehlenden Karrieremöglichkeiten in andere Branchen ab; Nachwuchsprobleme kommen dazu. «Unsere Antwort darauf heisst Mitarbeiter-Sharing», ergänzt er. «Wir nutzen digitale Tools, um mit anderen Saisonbetrieben zu kooperieren und Mitarbeitenden eine attraktive Ganzjahresperspektive zu bieten - ein Erfolgsrezept, um konkurrenzfähig zu bleiben!» Der 2016 gegründete Verein Mitarbeiter-Sharing, der Träger des Projektes ist, entwickelt denn auch eine eigene Plattform, die bis Ende 2018 noch innerhalb des Konsortiums und danach auch für weitere Saisonbetriebe das Bündeln von Sommer- und Winterstellen automatisiert und es Mitarbeitenden einfach macht, passende Stellen nach dem Motto «im Sommer am See, im Winter im Schnee» zu finden.


Perspektiven trotz Saisonalität
Bis im Frühling 2017 haben dank dem Projekt rund 200 Mitarbeiterwechsel stattgefunden. Jetzt im Herbst sind wiederum viele Mitarbeitende aus dem Tessin daran, sich für eine Tätigkeit in den Bergen vorzubereiten - und es werden laufend mehr. Die Vorteile für die Betriebe sind die bessere Mitarbeiterbindung. Zudem lohnt sich ein Engagement für die Mitarbeitenden, denn nur so gelingt es, die besten Berufsleute zu rekrutieren. Die Mitarbeitende nennen die Erwerbssicherheit übers Jahr, aber auch die Kombination von Saisonstellen in angesehenen Betrieben als Vorteil. Corinne Denzler, Group Director der Tschuggen Hotel Group, spricht denn auch von einer Win-Win-Situation. 

Brigitte Küng, Initiantin des Projekts und Projektleiterin, sieht denn auch grosses Potenzial für Mitarbeiter-Sharing: Von den rund 170'000 Angestellten im Schweizer Tourismus (VZÄ) entfallen 48% auf alpine Regionen, die tendenziell von Saisonalität betroffen sind. Das Potenzial an Saisonmitarbeitenden dürfte also bei mehreren 10'000 Personen liegen. Ebenso gross ist das Potenzial an Arbeitgebern, die an Mitarbeiter-Sharing interessiert sein dürften: Das Gastgewerbe in der Schweiz umfasst rund 30‘000 Betriebe, wovon wiederum mindesten 5'000 von Saisonalität betroffen sind und Lösungen im Personalbereich suchen. «Mitarbeiter-Sharing geht das dringende Fachkräfteproblem der Branche an. Gleichzeitig entspricht das Arbeitsmodell den Bedürfnissen nach Abwechslung und Erlebnisorientierung der Generation Y», betont die Projektleiterin der Fachhochschule aus Graubünden. Sie ist daher optimistisch für die Zukunft. Einzig der Usus, dass viele Saisonkräfte regelmässig monatelang Arbeitslosengeld beziehen, anstatt sich auf dem Markt anzubieten, macht Brigitte Küng noch etwas Sorgen. Sie ist aber zuversichtlich, dass auch hier Lösungen gefunden werden, denn es bestehen Partnerschaften mit den Arbeitsämtern und dem Seco.


Zukunftsweisendes Arbeitsmodell in der Praxis
Claudia Züllig, Gastgeberin des Hotel Schweizerhof Lenzerheide und Vorstandsmitglied, ist überzeugt vom innovativen Arbeitsmodell: «Saisonstellen im Sommer-Winter-Paket sind attraktiver. Wir wollen damit bestehende und neue Mitarbeitende fördern und begeistern.» Bei Alessia Tagli, einer Mitarbeiterin aus dem Tessin, gelang dies bereits: «Mitarbeiter-Sharing ist für mich eine fantastische Chance, mich persönlich und beruflich weiter zu entwickeln», meint sie enthusiastisch – und lässt den Worten Taten folgen: Nachdem sie den letzten Winter zum ersten Mal in Graubünden verbracht und im Sommer wieder in ihrem angestammten Betrieb in Lugano gearbeitet hat, kehrt sie diesen Dezember erneut nach Graubünden zurück.


Weitere Informationen:

 
Kontaktpersonen:
Brigitte Küng, Projektleiterin und Vorstandsmitglied
Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur
Tel: +41 81 286 24 06
brigitte.kueng@htwchur.ch

Marcel Krähenmann, Präsident Verein Mitarbeiter-Sharing
Tel. +41 78 699 72 79
direzione@la-rocca.ch


Mitglieder des Vereins Mitarbeiter-Sharing:
Hotel-/Gastropartner Graubünden:

  • Badrutt’s Palace (St. Moritz)
  • Belvédère Hotelgruppe (Scuol)
  • Carlton Hotel (St. Moritz)
  • Hotel Chesa Rosatsch (Celerina)
  • Hotel Grischa (Davos)
  • Maiensässhotel Guarda Val (Lenzerheide)
  • Hotel Schweizerhof Lenzerheide (Lenzerheide)
  • Tschuggen Grand Hotel (Arosa)
  • Bio-Hotel Ucliva (Waltensburg)
  • Valsana Sporthotel (Arosa)
  • Waldhaus Flims Alpine Grand Hotel & Spa
  • Waldhotel Davos (Davos)
  • Weisse Arena Gruppe (Laax)

Hotel-/Gastropartner Tessin:

  • Albergo Castello del Sole (Ascona)
  • Albergo Carcani (Ascona)
  • Albergo Losone (Losone)
  • Boutique-Hotel La Rocca (Porto Ronco / Ascona)
  • Hotel Arancio (Ascona)
  • Hotel Casa Berno (Ascona)
  • Hotel de la Paix (Lugano)
  • Hotel Delfino (Lugano)
  • Hotel Eden Roc (Ascona)
  • Villa Orselina (Orselina)
  • Villa Castagnola (Lugano)

Hotel-/Gastropartner weitere:

  • See & Parkhotel Feldbach (Steckborn TG)
  • Hotel Vitznauerhof (Vitznau LU)

Weitere Partner

  • Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur
  • hotelleriesuisse Graubünden und Ticino

 
Verein Mitarbeiter-Sharing
Renommierte Betriebe aus Hotellerie und Gastronomie setzen sich gemeinsam mit der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur sowie den kantonalen Sektionen von hotelleriesuisse für das von der Sharing Economy inspirierte Arbeitsmodell «Mitarbeiter-Sharing» ein.



Bildlegenden:

  • Service-Fachkraft aus dem Hotel Schweizerhof Lenzerheide «im Sommer am See, im Winter im Schnee» (Bild: Verein Mitarbeiter-Sharing)
  • Vorstand Verein Mitarbeiter-Sharing: v.l.n.r: Marcel Krähenmann, Claudia Züllig-Landolt, Federico Haas, Brigitte Küng, Christina Darms, Lorenzo Pianezzi (Bild: Verein Mitarbeiter-Sharing)
  • Köche im Hotel Eden Roc, Ascona (Bild: Verein Mitarbeiter-Sharing)
  • Barmitarbeiterin aus dem Maiensässhotel Guarda Val, Sporz/Lenzerheide (Bild: Verein Mitarbeiter-Sharing)
  • Koch aus dem Albergo Villa Orselina, Orselina (Bild: Verein Mitarbeiter-Sharing)

Weitere Auskünfte

MSc in Business Administration
Telefon : +41 81 286 24 06

Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur

Die Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur ist eine innovative und unternehmerische Fachhochschule mit rund 1700 Studierenden. Sie bildet verantwortungsvolle Fach- und   Führungskräfte aus. Als regional verankerte Fachhochschule überzeugt die HTW Chur mit ihrer persönlichen Atmosphäre über die Kantons- und Landesgrenze hinaus. Mit ihrer angewandten Forschung trägt sie zu Innovationen, Wissen und Lösungen für die Gesellschaft bei. Die HTW Chur bietet Bachelor-, Master- und Weiterbildungsangebote in Architektur, Bauingenieurwesen, Digital Science, Management, Multimedia Production, Photonics, Technik sowie Tourismus an. Die HTW Chur betreibt in allen Disziplinen angewandte Forschung und Entwicklung, führt Beratungen durch und bietet Dienstleistungen an. Die institutionelle Akkreditierung nach HFKG und die Labels «Recognised for Excellence» mit vier Sternen im EFQM-Modell sowie ISO 9001 und ISO 29990 bilden eine wichtige Basis der ganzheitlichen Entwicklung der Fachhochschule. Die Fachhochschule aus Graubünden ist seit dem Jahr 2000 Teil der FHO Fachhochschule Ostschweiz. Bereits 1963 begann die Geschichte der HTW Chur mit der Gründung des Abendtechnikums Chur. htwchur.ch