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Mitarbeiter-Sharing: Neue Online-Plattform für Saisonstellen

12. September 2018

Seit kurzem ist die neue Match-Making-Plattform jobs2share.ch online. Sie bietet Mitarbeitenden aus Hotellerie und Gastronomie die Chance, passende Sommer- und Winterjobs zu kombinieren und damit eine spannende und abwechslungsreiche Ganzjahresperspektive zu gewinnen. Unternehmen können Saisonjobs auf jobs2share anbieten und ihren bestehenden Mitarbeitenden eine Perspektive das ganze Jahr anbieten. Auch für eine Lösung in der Zwischensaison ist gesorgt: Dank einem Pilotversuch, der vom Staatssekretariat für Wirtschaft SECO genehmigt wurde. Mit der Öffnung von Mitarbeiter-Sharing für weitere Unternehmen betritt das Programm eine neue Phase.

2015 entstand die Idee und seit 2016 arbeiten renommierte Betriebe aus dem Kanton Tessin und Graubünden am Kooperationsprojekt «Mitarbeiter-Sharing». Unter der Leitung der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur und gemeinsam mit den Branchenverbänden hotelleriesuisse Ticino und Graubünden teilen sich Betriebe mit unterschiedlichen Spitzen im Sommer und Winter Mitarbeitende. Ganz nach dem Motto «im Sommer am See, im Winter im Schnee» wird Saisonangestellten eine Ganzjahresperspektive über die einzelne Saison hinaus angeboten.

Eigene Job-Plattform entwickelt

Die Kooperation zwischen einer grösseren Zahl von Arbeitgebern und Arbeitnehmern zu organisieren, ist komplex. Das Konsortium liess sich von der Sharing Economy inspirieren, die Geschäftsmodelle wie AirBnB oder Uber hervorgebracht hat. Ihnen ist gemeinsam, dass eine Online-Plattform die Zusammenarbeit zwischen einer Vielzahl an Akteuren ermöglicht. Gefragt war also ein digitales Instrument, welches Sommer- und Wintersaisonstellen kombinierbar macht und den Austausch zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern ermöglicht. Das Konsortium «Mitarbeiter-Sharing» begann deshalb vor zwei Jahren mit der Konzeption und schrittweisen Entwicklung einer speziellen Match-Making-Plattform für den Saisonbereich. In der Entwicklungsphase arbeiteten Studierende der HTW Chur ebenso mit, wie Softwareentwickler, Betriebsökonomen, Personalverantwortliche und Hoteldirektoren der Mitgliedsunternehmen. Die Plattform ging vor kurzem online und ist unter jobs2share.ch abrufbar. Auf jobs2share stehen Mitarbeitenden bereits über 130 Saisonstellen zur Verfügung. Mit dem Go-Live von jobs2share.ch ist ein wichtiges Etappenziel erreicht: Seither haben nun auch Unternehmen von ausserhalb des Konsortiums und aus der ganzen Schweiz die Möglichkeit, am Mitarbeiter-Sharing-Programm teilzunehmen.

Lösung zur Überbrückung der Zwischensaison

Trotz erfolgreichem Abschluss eines Sommer-Winter-Jobpakets kommt es vor, dass für Mitarbeitenden zwischen den zwei unterzeichneten Saisonstellen eine Lücke bestehen bleibt. Für kleine Lücken zwischen den Sommer- und Winterjobs konnte jetzt mit dem Staatssekretariat für Wirtschaft SECO eine Lösung gefunden werden: Im Rahmen eines dreijährigen Pilotversuchs ist es ab dem 1. Januar 2019 Mitarbeitenden mit Wohnsitz im Kanton Tessin oder Graubünden möglich, unbürokratisch bis zu sechs Wochen pro Jahr Arbeitslosenentschädigung zu beziehen, um die Zwischensaisons zu überbrücken. Grundvoraussetzung ist, dass beide Arbeitgeber des Sommer-Winter-Jobpakets auf der jobs2share.ch registriert sind und der Mitarbeiter ebenfalls ein Profil auf der Plattform hat. Verläuft der SECO-Pilotversuch erfolgreich, kann diese Lösung schweizweit umgesetzt werden.

Vorteile für Mitarbeitende

In der Pilotphase stand das Programm «Mitarbeiter-Sharing» zwar nur Mitarbeitenden der Mitgliedsunternehmen des Vereins Mitarbeiter-Sharing offen. Doch das Angebot traf auf Interesse und so konnten wertvolle Erfahrungen mit dem Mitarbeiter-Sharing-Modell gemacht werden. In dieser Zeit wurden rund 300 Sommer-Winter-Pakete gebündelt und von Mitarbeitenden genutzt. Als vorteilhaft wird von den Mitarbeitenden der einfachere Zugang zu renommierten Betrieben genannt. Dank Career Days in Graubünden und dem Tessin ist die Jobsuche für die Arbeitnehmer bequemer. Und der Wechsel zwischen Sommer- und Winterjob ermöglicht vielfältige Erfahrungen und bedeutet oftmals eine schnelle, berufliche Entwicklung sowie neue Perspektiven.

Junge Mitarbeitende sind offen

Gemäss einer Umfrage der HTW Chur bei Lernenden aus der Hotellerie und Gastronomie zeigt sich, dass das Mitarbeiter-Sharing-Modell in den letzten Jahren eine gewisse Bekanntheit erzielt hat. So gibt die Hälfte der Lernenden an zu wissen, was Mitarbeiter-Sharing ist und ein weiterer Viertel hat eine ungefähre Vorstellung davon. Die jungen Leute stehen dem neuen Arbeitsmodell positiv gegenüber: 80 Prozent der Lernenden sind bereit, für den Job den Wohnort zu wechseln. Die Hauptmotivation, selber im Mitarbeiter-Sharing-Modell zu arbeiten, liegt für 81 Prozent der Befragten in der grossen Abwechslung. Für 62 Prozent zählt der Gedanke, mit zwei unterschiedlichen Jobs trotzdem eine Art Ganzjahresstelle zu haben. Die hohe Bedeutung der Motive Abwechslung und Flexibilität als Lebensgefühl werden von einer repräsentativen Studie der Universität St. Gallen bestätigt: der wichtigste Grund, wieso Fachkräfte im Mitarbeiter-Sharing-Modell arbeiten wollen, liegt weniger in der Sicherheit, sondern mehr im Lebensgefühl. Gemäss dieser Studie können sich 60 Prozent der Mitarbeitenden aus der Hotellerie eine Tätigkeit im Mitarbeiter-Sharing-Modell vorstellen. Für 27 Prozent kommt sie hingegen gar nicht in Frage, wobei hier eine klare Korrelation mit dem Alter besteht: Mit zunehmendem Alter sinkt die Bereitschaft, den Wohnort zu wechseln.

Zusammenarbeit Graubünden und Tessin

12 Prozent der Beschäftigten im Kanton Tessin arbeiten im Tourismus und rund 10 Prozent des BIP bzw. CHF 2 Milliarden stammen im Kanton Tessin aus dem Tourismus. In Graubünden wird ungefähr ein Drittel der Wertschöpfung durch den Tourismus generiert. Mit rund 5 Millionen Logiernächten pro Jahr in Graubünden und 2 Millionen Logiernächten im Tessin ist die Bedeutung des Tourismus in beiden Kantonen gross. Gemeinsam ist auch die stark ausgeprägte Saisonalität. Während sich im Tessin die Saison mehrheitlich auf die Sommermonate beschränkt, weist der Kanton Graubünden eine ausgeprägte Wintersaisonalität mit einer etwas schwächeren Sommersaison auf. Und: beide Regionen leiden stark unter dem sich verschärfenden Fachkräftemangel in der Hotellerie und Gastronomie. Vor dieser Ausgangslage erstaunt es nicht, dass Akteure aus den beiden Kantonen das Projekt Mitarbeiter-Sharing initiiert haben.

Weitere Details:

Mitglieder des Vereins Mitarbeiter-Sharing:

Hotel-/Gastropartner Graubünden:

  • Badrutt’s Palace (St. Moritz)
  • Belvédère Hotelgruppe (Scuol)
  • Carlton Hotel (St. Moritz)
  • Hotel Chesa Rosatsch (Celerina)
  • Hotel Grischa (Davos)
  • Hotel Schweizerhof Lenzerheide (Lenzerheide)
  • Tschuggen Grand Hotel (Arosa)
  • Valsana Hotel & Appartements (Arosa)
  • Waldhaus Flims Alpine Grand Hotel & Spa
  • Waldhotel Davos (Davos)
  • Weisse Arena Gruppe (Laax)

Hotel-/Gastropartner Tessin:

  • Albergo Castello del Sole (Ascona)
  • Albergo Carcani (Ascona)
  • Albergo Losone (Losone)
  • Boutique-Hotel La Rocca (Porto Ronco / Ascona)
  • Hotel Casa Berno (Ascona)
  • Hotel Delfino (Lugano)
  • Hotel Eden Roc (Ascona)
  • Villa Orselina (Orselina)
  • Villa Castagnola (Lugano)

Hotel-/Gastropartner weitere:

  • See & Parkhotel Feldbach (Steckborn TG)
  • Hotel Vitznauerhof (Vitznau LU)

Weitere Partner:

  • Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur
  • hotelleriesuisse Graubünden
  • hotelleriesuisse Ticino
  • Staatssekretariat für Wirtschaft SECO
  • Kantone Graubünden und Tessin

Weitere Auskünfte

MSc in Business Administration
Telefon : +41 81 286 24 06

Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur

Die Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur ist eine innovative und unternehmerische Fachhochschule mit rund 1700 Studierenden. Sie bildet verantwortungsvolle Fach- und   Führungskräfte aus. Als regional verankerte Fachhochschule überzeugt die HTW Chur mit ihrer persönlichen Atmosphäre über die Kantons- und Landesgrenze hinaus. Mit ihrer angewandten Forschung trägt sie zu Innovationen, Wissen und Lösungen für die Gesellschaft bei. Die HTW Chur bietet Bachelor-, Master- und Weiterbildungsangebote in Architektur, Bauingenieurwesen, Digital Science, Management, Multimedia Production, Photonics, Technik sowie Tourismus an. Die HTW Chur betreibt in allen Disziplinen angewandte Forschung und Entwicklung, führt Beratungen durch und bietet Dienstleistungen an. Die institutionelle Akkreditierung nach HFKG und die Labels «Recognised for Excellence» mit vier Sternen im EFQM-Modell sowie ISO 9001 und ISO 29990 bilden eine wichtige Basis der ganzheitlichen Entwicklung der Fachhochschule. Die Fachhochschule aus Graubünden ist seit dem Jahr 2000 Teil der FHO Fachhochschule Ostschweiz. Bereits 1963 begann die Geschichte der HTW Chur mit der Gründung des Abendtechnikums Chur. htwchur.ch