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Verbesserung politische Nachwuchsförderung in Gemeinden

Massnahmen zur Verbesserung der politischen Nachwuchsförderung in Gemeinden

07. Februar 2019

Bereits zu Beginn des «Jahrs der Milizarbeit», das der Schweizerische Gemeindeverband lanciert hat, erhält das Milizsystem neue Impulse: Das von der Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur entwickelte Online-Tool Promo35.ch bietet über 80 Massnahmen, um die politische Nachwuchsförderung in den Gemeindeexekutiven zu verbessern. Und im Rahmen des Ideenwettbewerbs «Zukunftsfähiges Milizsystem 2030» sind 19 Vorschläge eingereicht worden, wie die Attraktivität des Milizsystems erhöht werden kann, sodass sich wieder mehr Leute in der Gemeindepolitik engagieren.

Der Schweizerische Gemeindeverband hat 2019 zum «Jahr der Milizarbeit» deklariert. Ziel ist es, das Milizsystem zu stärken respektive so weiterzuentwickeln, dass es auch in Zukunft gelebt werden kann. Denn das Milizsystem gehört zum republikanischen Erbe der Schweiz und ist ein wichtiger Pfeiler des schweizerischen Erfolgsmodells. Das «Jahr der Milizarbeit» trägt bereits erste Früchte: Dank einer wissenschaftlichen Studie und einem darauf basierenden Online-Tool sowie mit verschiedenen Vorschlägen aus einem Ideenwettbewerb erhält das Milizsystem starken Rückenwind.

Interesse und Potenzial vorhanden, gezielte Ansprache notwendig

Die HTW Chur hat mit der Studie «PROMO 35 – Politisches Engagement von jungen Erwachsenen in der Gemeindeexekutive» die Bedürfnisse von jungen Erwachsenen zwischen 25 und 35 Jahren wissenschaftlich untersucht. Gemäss den Studienergebnissen sind junge Erwachsene in den Schweizer Gemeindeexekutiven stark untervertreten, aber durchaus interessiert, sich politisch in der Gemeinde zu engagieren. Der zeitliche Aufwand und die langfristige Verpflichtung halten jedoch viele davon ab. Insgesamt beträgt das Rekrutierungspotenzial bei jungen Erwachsenen rund 20 Prozent und ist höher als erwartet. Daraus ergeben sich für Gemeinden mit Rekrutierungsschwierigkeiten gute Perspektiven, ihre Gemeindeämter mit jungen Erwachsenen zu besetzen. Es sind allerdings Massnahmen notwendig, die Gemeindeämter attraktiver zu gestalten und die Jungen besser anzusprechen. Denn 90 Prozent der jungen Erwachsenen wurden noch nie angefragt, ein politisches Amt in der Gemeinde zu übernehmen.

Neues Online-Tool unterstützt Gemeinden in der politischen Nachwuchsförderung

Auf Grundlage der Studie hat die HTW Chur – zusammen mit den beteiligten Praxispartnern aus Gemeinden und Verbänden – über 80 Massnahmen mit zahlreichen Praxisbeispielen zu 18 grundlegenden Stossrichtungen erarbeitet. Dabei konnte sich auch der Dachverband Schweizer Jugendparlamente (DSJ) mit seinem Fachwissen aus der Entwicklung nachhaltiger Partizipationsstrukturen wie Jugendparlamenten oder den Plattformen engage.ch und easyvote einbringen. Die Gesamtergebnisse sind unter promo35.ch in einem interaktiven Online-Tool aufbereitet. Sie richten sich an Gemeindepolitiker, Lokalparteien, Gemeindeverwaltungen sowie an die interessierte Öffentlichkeit. Das Online-Tool soll die Gemeinden mit individuellen Vorschlägen in der Suche nach jungen Erwachsenen für ihre Gemeindebehörden unterstützen. Gleichzeitig lanciert der DSJ unter milizpolitik.ch ein Portal für junge Erwachsene, die an einem Engagement in der Gemeindepolitik interessiert sind. Dabei zeigt ein neuer Video-Clip die «Wege in die Gemeindepolitik» auf.

19 Vorschläge für ein zukunftsfähiges Milizsystem

Im Rahmen des Ideenwettbewerbs «Zukunftsfähiges Milizsystem 2030», einem weiteren wichtigen Pfeiler des «Jahrs der Milizarbeit», sind 19 Vorschläge eingereicht worden, wie das Milizsystem attraktiver gestaltet werden kann. Dabei sind ebenfalls Trends wie die Digitalisierung berücksichtigt worden. Die Ideen reichen von A wie «Anrechenbarkeit des politischen Milizamts an die Wehrpflicht», über M wie «Miliz-Influencer» bis Z wie «Zukunftsverein Jung und Alt». Sämtliche Ideen sind auf milizsystem.ch aufgeschaltet und können kommentiert werden. Denn das «Jahr der Milizarbeit» des Schweizerischen Gemeindeverbands im Allgemeinen und der Ideenwettbewerb im Besonderen sollen auch eine Debatte über die Zukunft des Milizsystems auslösen. Die zehn besten Ideen – ausgewählt von einer Jury – werden schliesslich an einer öffentlichen Veranstaltung am 26. Februar 2019 in Zürich vorgestellt. Das Publikum prämiert drei Ideen. Sie werden mit jeweils 3000, 2000 und 1000 Franken belohnt. Ziel ist es, dass die prämierten Ideen weiterentwickelt und umgesetzt werden. Der Ideenwettbewerb «Zukunftsfähiges Milizsystem 2030» wird unterstützt durch die Versicherungen Axa, Basler Versicherungen, Helvetia, Swiss Life, Swiss Re und Zurich sowie durch den Schweizerischen Gemeindeverband, economiesuisse, die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft, Swissmem, Interpharma und scienceindustries.

Downloads:

  • Die Studie«PROMO 35 – Politisches Engagement von jungen Erwachsenen in der Gemeindeexekutive» und weitere Unterlagen zum Projekt «PROMO 35» können unter milizsystem.ch heruntergeladen werden.

Kontakte:

  • Auskünfte zu beiden Projekten (Ideenwettbewerb und «PROMO 35»): Andreas Müller, Projektleiter «Jahr der Milizarbeit» des Schweizerischen Gemeindeverbands, Tel. 079 239 46 87
  • Auskünfte zu «PROMO 35»/Online-Tool: Curdin Derungs, Prof., Dr. oec. HSG, stv. Leiter Zentrum für Verwaltungsmanagement (ZVM), HTW Chur, Tel. 081 286 24 90
  • Auskünfte zu milizpolitik.ch/Video-Clip «Wege in die Gemeindepolitik»: Flavio Eichmann, Bereichsleiter Grundlagen Politische Partizipation DSJ, Tel. 031 384 08 07
Promo35.ch bietet im «Jahr der Milizarbeit» über 80 Massnahmen zur Verbesserung der politischen Nachwuchsförderung in Gemeinden.

Weitere Auskünfte

Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur

Die Hochschule für Technik und Wirtschaft HTW Chur ist eine innovative und unternehmerische Fachhochschule mit über 2000 Studierenden. Sie bildet verantwortungsvolle Fach- und Führungskräfte aus. Als regional verankerte Fachhochschule überzeugt die HTW Chur mit ihrer persönlichen Atmosphäre über die Kantons- und Landesgrenze hinaus. Die HTW Chur bietet Bachelor-, Master- und Weiterbildungsangebote in Architektur, Bauingenieurwesen, Digital Science, Management, Multimedia Production, Photonics, Technik sowie Tourismus an. In diesen Disziplinen betreibt sie auch angewandten Forschung und trägt mit dieser zu Innovationen, Wissen und Lösungen für die Gesellschaft bei. Die institutionelle Akkreditierung nach HFKG und die Labels «Recognised for Excellence» mit vier Sternen im EFQM-Modell sowie ISO 9001 und ISO 29990 bilden eine wichtige Basis der ganzheitlichen Entwicklung der Fachhochschule. Die Fachhochschule aus Graubünden ist seit dem Jahr 2000 Teil der FHO Fachhochschule Ostschweiz. Mit der vom Bundesrat gesprochenen Beitragsberechtigung wird die HTW Chur per 1. Januar 2020 die 8. öffentlich-rechtliche Fachhochschule der Schweiz sein. Bereits 1963 begann ihre Geschichte mit der Gründung des Abendtechnikums Chur. htwchur.ch